Interview mit Scott Arlidge, Profitester beim skate-IN Skate-Test
in Interviews | Autor: Gaby Junginger | Tags: Fitnessskate-Test, Fitnessskatetest, Scott Alridge

skate-IN: Scott, es ist uns eine Ehre dich hier bei dem Fitnessskate-Test als Profitester begrüßen zu dürfen? Wie fährt es sich in diesen Skates? Wann bist du zum letzten Mal mit normalen Inlineskates gefahren?
Scott: Das ist hier wirklich das erste Mal, dass ich viel Zeit in Fitnessskates verbringe. In der Vergangenheit nur zum Vergnügen, nichts Ernstes. Für mich ist dieser Test eine sehr gute Möglichkeit, um Fitnessskates zu sehen und zu fühlen, denn es sind wirklich andere Skates. Ich lerne hier viel über die Technologien, die für den Racebereich entwickelt wurden und nun von der Fitnessskate-Industrie mit einbezogen werden. Da gibt es mittlerweile so etwas wie einen Cross-over.
skate-IN: Wie geht ihr mit dem Feed-back der Freizeitskater im Vergleich zu dem der ambitionierten Skater um? Die Bedürfnisse sind ja durchaus unterschiedlich. Ist das schwierig für euch zu erkennen, was die Skateanfänger brauchen?
Scott: Um ehrlich zu sein, die Fitnessskater haben da im ersten Moment sicher bessere Ideen als ich. Als ich mit dem Testen angefangen habe, habe ich zuerst alles mit meinen Speedskates verglichen. Ich habe aber sehr schnell gelernt, dass das der falsche Weg ist und ich das so nicht machen kann. Diese Skates wurden gemacht für mehr Komfort. In der Fitnesskategorie gibt es Unterkategorien. Es gibt Skates für Leute, die nur drei- bis viermal im Jahr skaten gehen. Und dann hast du Skates für Leute, die drei- oder viermal in der Woche skaten. So sind eben diese Kategorien von 100,- Euro ab bis zu 300,- Euro oder mehr. Jeder Skater sollte in der Lage sein, den für ihn passenden Skate zu finden.
skate-IN: Wo denkst du steht Powerslide diesbezüglich im Moment? Wie stark berücksichtigt man hier die Fitnessskater?
Scott: Ich weiß, dass Powerslide immer an die Fitnessskater denkt, das müssen sie auch. Der Fitnessskate-Markt ist wirklich ein großer Markt für uns. Natürlich ist Powerslide eine Race-Marke. Wir sind im Moment die erfolgreichste Race-Marke der Welt. Und natürlich gibt es Einflüsse aus dem Race-Bereich bei den Fitnessskates. Aber wir entwickeln wie z. B. beim Phuzion 8 das Skeleton-Konzept. Wir entwickeln Dinge wie diese, die wir auch vom Fitnessbereich in den Speedbereich übernehmen möchten – leichter, kleiner, schneller. Hier wird wirklich in allen Bereichen eng zusammen gearbeitet. Es ist wirklich eine Art Cross-over zwischen den beiden Bereichen.
skate-IN: Du kommst aus Neuseeland, bist ein Profiskater, nun lebst du in Deutschland. Warum?
Scott: Das ist meine zweite Saison, die ich in Deutschland lebe. Mein Hauptgrund, warum ich in Deutschland lebe, ist die Arena in Geisingen im Süden von Deutschland. Als ich das erste Mal von diesem Projekt gehört habe, war ich sehr gespannt. Für mich ist es die beste Anlage der Welt, mit Bahn, Straßenkurs. Auch die kleine Stadt Geisingen bietet viele Möglichkeiten raus in die Natur zu gehen, Fahrrad zu fahren, und all diese Dinge. Für mich ist es wirklich die einzige Skate-Anlage der Welt, wo du alles an einem Platz machen kannst. Und natürlich haben sie auch ein Gästehaus. Ich kann wirklich nicht oft genug sagen, wie aufgeregt ich war, dass ich da mitmachen durfte. Das ist ein Teil in Bezug auf das Speedskating, was ich tue. Der andere Teil ist, das ich als Cheftrainer dort arbeite. Wenn Gruppen bzw. Skater kommen, die nicht nur die Bahn nutzen möchten, sondern auch Training wünschen, dann mache ich das. Und im Shop arbeite ich auch noch, nicht Vollzeit, aber zeitweise.
skate-IN: Das ist der eine Teil deiner Arbeit in Deutschland. Der andere Teil ist deine Arbeit für Powerslide ...
Scott: Ja, seit 2010 habe ich bei Powerslide unterschrieben. Und auch hier ist es wieder der Racebereich, ich arbeite zusammen mit den Jungs in der Produktentwicklung. Entwicklung neuer Produkte, neuer Ideen, nicht nur bei den Skates, sondern auch bei den Rollen. Ich arbeite zusammen mit Yann Guyader und Kalon Dobbin, um wirklich Produkte für die Skater zu entwickeln. Powerslide ist wirklich die einzige Firma, die jemand wie mich in ihren Reihen hat. Dessen Aufgabe es ist, solide Produkte zu kreieren, die letztendlich schneller sind.
skate-IN: Wenn wir nächstes Jahr den Fitnessskate-Test wieder veranstalten, werden wir dann von Powerslide ein Modell mit dem Namen „Scott“ dabei haben?
Scott: Ja und nein. Es könnte spannend sein, so etwas zu tun. Aber ich weiß nicht, ob es das ist, was Powerslide von mir erwartet. Gleichzeitig möchte ich natürlich Dinge kreieren, die einzigartig sind. Aber meine Leidenschaft ist der Racebereich.
skate-IN: Welche Rennen wirst du dieses Jahr laufen und was sind deine Ziele?
Scott: Wir haben den Focus etwas verändert für 2010. Wir haben kein eigentliches Team wie World-Inline-Cup-Team. Wir haben, so nenne ich es, eine Gruppe von Jungs. Innerhalb dieser Gruppe haben wir zwei kleinere Gruppen. Wir werden zu allen Rennen auf der ganzen Welt fahren. Ich z. B. laufe Südafrika, einige Indoor-Rennen in den USA. Gleichzeitig laufe ich zusammen mit Yann viele World-Inline-Cup-Rennen. Mein persönliches Ziel für dieses Jahr ist eine wirklich stabile Saison bei den Marathons zu laufen. Ende des Jahres wäre es schön, bei den Weltmeisterschaften wieder zu gewinnen. Das wäre gut.
skate-IN: Wie lange bleibst du 2010 in Deutschland?
Scott: Nun, mit meinen ganzen „Extra-Jobs“ verbringe ich mehr und mehr Zeit in Deutschland. Ich kam Anfang Februar nach Deutschland, ich sehe mich nicht in Neuseeland für viele Monate.
skate-IN: Wie geht es dir damit?
Scott: Das ist für mich kein großes Problem. Skating ist meine Leidenschaft, ich bin ein Profi. Ich kann nicht in Neuseeland bleiben. Ich reise viel, ich habe viele Freunde durch das Speedskating.
skate-IN: Fühlst du dich denn in Deutschland schon zu Hause?
Scott: Mehr und mehr. Das ist nun die 7. Saison, die ich in Europa skate. Ich verstehe ein wenig die Art. Nun kommt meine 2. Saison, in der ich in Deutschland lebe. Ich habe jetzt ein kleines Appartment in Geisingen, ich kenne mich aus. Wenn ich in Neuseeland bin, spitze ich die Ohren, wenn Nachrichten aus Deutschland kommen. Es fängt also an, dass ich mich zu Hause fühle.