Inlineskaten an der Blumenriviera

31 Okt

in Touren & Reisen | Autor: Johannes Wörz | Tags: Blumenriviera, Inlineskaten, Italien , San Lorenzo al Mare, San Remo

Einfach faszinierend dieser Blick in die Ferne. Sonne, Meer, Palmen und im Hintergrund San Remo mit seinen vielen Jugendstilvillen. 15 km zieht sich der neu asphaltierte Weg, bis auf wenige Ausnahmen, am Meer entlang. Früh morgens wenn die Luft noch kühl ist ein prickelndes Erlebnis, das nur vom anschließenden Bad in den Wellen getoppt wird. Der Dame sei es verziehen, dass Sie bei diesen Temperaturen ohne Helm abgelichtet wurde. Am Herrn kann sich die Industrie ein Beispiel nehmen – Helm Modell „Sonnenhut“, gegen Sonnenbrand im Nacken!

San Remo – San Lorenzo al Mare:

ein Küsten-Highway der italienischen Art

Sonne, Wasser, Strand, angenehme Temperaturen und ein Highway der besonderen Art, so stellen sich begeisterte Inlineskater ihren Sommerurlaub oder einen Kurztrip im Spätherbst vor. Einen Ort, an dem man direkt vom Strand aus eine Runde Skaten kann, um sich anschließend wieder in den Wellen zu erholen. Nicht allzu oft finden wir in unseren Breitengraden diese Kombination. Doch zwischen Genua und der französischen Grenze an der Riviera gibt es seit diesem August einen Abschnitt, über den es sich zu berichten lohnt. An der Blumenriviera zwischen San Remo und dem 15 km entfernten Küstenörtchen San Lorenzo al Mare wurde ein genialer Küstenweg dem Verkehr übergeben.
Eine ehemalige Bahnlinie hat ihren Dienst getan und die Kommune vor Ort hat die Trasse zu einem zweispurigen Rad-, Fuß- und Skateweg umgebaut. Wie wir es von alten Bahnlinien gewohnt sind, gibt es keine großen Anstiege und Abfahrten, ein absolut ebener Asphaltstreifen zwischen Wasser, Strand und Hotels.
Ausgangspunkt für diese ca. zweistün­d­ige Tour ist San Remo. Die lebendige Stadt mit dem legendären Spielcasino lädt auf jeden Fall zum längeren Verweilen ein. In erster Linie bekannt durch das Schlagerfestival und den Radklassiker Mailand –
San Remo, der bereits seit 1906 ausgetragen wird, hat die Stadt darüber hinaus unzählige imposante Jugendstilvillen zu bieten. San Remo erstreckt sich entlang der langen Bucht zwischen dem Capo Nero im Westen und dem Capo Verde im Osten, dahinter steigen die Hügel des Monte Bignone (1299 m ü. Meer) steil an und bescheren San Remo eine geschützte Lage an der ohnehin sonnenverwöhnten Riviera. Die Stadt selbst teilt sich in mehrere höchst unterschiedliche Stadtviertel auf. Die Altstadt La Pigna, das Armenviertel der Stadt, ist immer noch vollständig bewohnt. Im Anschluss daran, zwischen La Pigna und dem Casino, erstrecken sich viele enge Gassen die zum Bummeln und Shoppen einladen. Ebenfalls sehr sehenswert ist die Pfeilerbasilika von 1250. Nur wenige Minuten weiter Richtung Hafen, befindet sich die zweite wichtige Einkaufsstraße, die Via Roma , im heutigen Zentrum von San Remo.
Kurzer Boxenstop auf der Kaimauer im Yachthafen von San Remo kurz vor dem Ziel. Nach 28 km darf man schon mal die Beine baumeln lassen.Unweit vom kleinen Hafenviertel, dem Startpunkt der Küstentour, finden sich auch viele kleine nette Fischrestaurants, die abends zum Verweilen einladen. Durch die Stilllegung des alten Bahnhofs sind viele Parkplätze entstanden, so kann man bequem in unmittelbarer Nähe zum Hafen parken. Die Trasse beginnt unmittelbar am Hafen. Eine Ehrenrunde kann gleich am Anfang der Tour, im verkehrsberuhigten Bereich, zur Mole gedreht werden. Der spätere Strandabschnitt für die Abkühlung nach der schweißtreibenden Tour lässt sich auch gleich planen. Vorbei an wunderschönen privaten Parkanlagen geht es ostwärts. Der Weg führt direkt am Grundstück des schwedischen Dynamiterfinders Alfred Nobel vorbei. Er lebte zwischen 1890 und 1896 in San Remo. Auf seinem Anwesen befindet sich ein Museum, in dem die Geschichte des Dynamiterfinders dargestellt ist. Weiterhin sind gigantische Bauwerke, die erst durch Sprengung mittels Dynamit ermöglicht wurden, dargestellt.
Nach dieser kurzen Kulturrast führt der Highway rasch auswärts. Links die etwas höher gelegene Küstenstraße, rechts der Strand und das Meer. Eine leichte Brise frischer Meeresluft treibt uns leichtfüßig Richtung Bussana, einem kleinen Ort der zahlreiche Künstler beherbergt. Auf dem sehr guten Asphaltbelag fährt man durch mehrere, hundert Meter lange, spärlich beleuchtete Tunnel, ein Erlebnis das man so als Skater auch nicht alle Tage hat. Nach weiteren vier Kilometern erreicht man Santo Stefano al Mare. Der Ort wird am Meer von unzähligen Wellenbrechern gesäumt, die das Ufer vor der dort sehr starken Brandung retten sollen. Der Ort wird von Touristen eher gemieden, was schon wieder einen Abstecher wert ist, um richtiges italienisches Flair zu erleben.
Zielort und Wendepunkt der Tour ist San Lorenzo al Mare, ein unspektakuläres Badeörtchen, geprägt von der stark befahrenen Küstenstraße Via Aurelia. Das Ufer ist mit vielen Appartementhäuschen zugebaut, so dass der Weg zum Wasser nicht ganz leicht zu finden ist. Die neun Kilometer lange Strecke ist dank dem permanenten Meerblick eine geniale Skatetour, die auch täglich zu Trainingszwecken dienen oder einfach den Strand- und Sight
seeingurlaub bereichern kann.