Altersklassen-Einteilung ab AK 50 in Fünfer-Schritten!

19 Mai

in News | Autor: Stephan Lieske

In einer Sitzung der Speedskating Kommission des DRIV vom 6.11.2010 wurde, zunächst testweise für die Langstrecken DMs des Jahres 2011, zusätzlich zu den vorhandenen Altersklassen die AK 55 und die AK 65 eingeführt. Die bisherige Einteilung in Zehn-Jahresschritten wird damit verändert.


In der Praxis wird dieser Schritt kaum zu relevanten Änderungen führen.

Bereits jetzt sind bei Deutschen Meisterschaften die Teilnehmerfelder so sehr geschrumpft, dass es bei den Damen kaum zu den notwendigen drei Teilnehmern für die neue AK 55 bzw. AK 65 reichen wird. Bei der letzten Marathon DM in Wedel starteten lediglich sechs Teilnehmerinnen in der AK 40 und vier in der AK 50. Die AK 60 kam mit nur zwei Starterinnen gar nicht zustande - und musste deshalb in die AK 50 eingegliedert werden. Das gesamte Damenrennen bestand aus 33 Teilnehmerinnen. Das "langte" für fünf Meisterschaftskategorien: Juniorinnen, Aktive, AK 30, 40 und 50.


Wenig anders stellt sich die Situation bei den Herren dar.

16 Teilnehmer bei der AK 60 - und 25 bei der AK 50. Diese würden durch die neue Regelung noch einmal in kleinere Gruppen aufgeteilt. Das wird zwar im Ergebnis funktionieren - es führt aber durch die getrennten Startschüsse zu weiteren zerrissenen Teilnehmerfeldern.

Ausdrückliches Ziel der Initiative ist es deshalb MEHR Teilnehmer/innen für die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften zu gewinnen. Diese finden 2011 in Kassel (22.5., Halbmarathon) bzw. Bielefeld (11.9., Marathon) statt.

Eine Wertung in Fünf-Jahresschritten ist in anderen Sportarten längst der Regelfall. Die Zehn-Jahresschritte im Skaten waren diesbezüglich immer die Ausnahme. Konsequent wären Fünf-Jahresschritte deshalb ab der AK 30, wie z.B. in der Leichtathletik.
Da die meisten Veranstaltungen der Skater im Rahmen von Laufwettbewerben ausgetragen werden, wird es hier in der Praxis sowieso keine Veränderungen geben: Häufig werden Skateresultate von den Lauf-Timern mit nur einem Auswertungsprogramm erstellt und veröffentlicht: Auf Zehntelsekunden gerundet - und in Fünf-Jahresschritten bei den Altersklassenauswertungen. Aber das ist ein anderes Thema ...

Text: Karsten Schölermann

 

 

Irmelin B. Otten, Vorsitzende der SK Speedskating im DRIV im Gespräch mit skate-IN:

„Wir werden uns früher oder später über alle Altersklassen unterhalten müssen!“


Irmelin B. Otten: Wir haben in diesem Jahr einen Antrag an die Sportkommission aller Landesverbände erhalten, die Altersklassen in den oberen AKs in Fünfer-Schritte zu differenzieren. Diesem sind wir nachgekommen, ob  das sinnvoll ist oder nicht bleibt abzuwarten. Generell werden wir uns früher oder später über die ganzen AKs unterhalten müssen, weil der Weltverband beispielsweise das Eintrittsdatum für die World Masters auf 35 Jahre festgelegt hat, während es bei den European Masters bei 30 Jahren liegt. Insofern ist das Paket Altersklassen bis dato noch offen und muss neu geschnürt werden. Das betrifft im übrigen nicht nur diesen Bereich, sondern ich sehe genauso Handlungsbedarf im Junioren A und B Bereich, aber da muss man erst mal die Meldezahlen abwarten. Auch dort wird es aber noch Handlungsbedarf auf europäischer Ebene geben.

 

skate-IN: Die Fünfer-Schritte sind also bisher nur testweise beschlossen bei den Altersklassen?

 

Irmelin B. Otten: Genau. Wir wollen erst mal schauen, wie sich das dieses Jahr mit den Teilnehmerfeldern entwickelt. Aus unserer Sicht macht es keinen Sinn Fünfer-Schritte zu beschließen, wenn am Ende Altersklassen wieder zusammengelegt werden müssen, weil gar nicht genug Starter am Start sind. Und außerdem muss man sehen wie sich die Regelung bei den Sportlern durchsetzt, das die European Masters mit 30 gelaufen werden dürfen und die World Masters erst ab 35. Da muss man abwarten wie der Europäische und der Weltverband sich einig werden.

 

 

 

skate-IN im Gespräch mit Sylvia Ordowski zum aktuellen Thema „Einführung der Altersklassen 55 und 65“

 

skate-IN: Sylvia, du bist Fachwartin des Landesverbandes Niedersachsen. Und Niedersachsen hat einen Antrag an die DRIV-Kommission Speedskating gestellt. Was ist das für ein Antrag?

Sylvia: Es geht um die höheren Altersklassen, ab der Altersklasse 50 einen Zwischenschritt in Fünfer-Schritten einzuführen. Bisher gibt es das nicht, im Moment wird hier in Zehner-Schritten unterteilt. D. h. ein 59-Jähriger wird mit einem 51-Jährigen gemessen. In den höheren Altersklassen ist es eben so, dass das Leistungspotential sehr unterschiedlich ist und der Abstand zwischen diesen zehn Jahren innerhalb einer Altersklasse sehr groß ist. Das betrifft vor allen Dingen diejenigen, die kurz davor stehen, in die nächst höhere Altersklasse zu wechseln. Da gibt es kaum noch Chancen, mal einen Treppchenplatz zu gewinnen. Aber genau das wollen wir ja auch in den oberen Alterklassen. Wir möchten ja, dass jeder seine Chance bekommt, einen Platz auf dem Treppchen zu gewinnen. Nun gibt es in den höheren Alterklassen nicht sehr viele Teilnehmer. Viele bleiben den Veranstaltungen fern, weil sie sich sowieso keine Chancen auf einen Podestplatz ausmalen. Auch für einen Veranstalter ist es doch unbefriedigend, wenn er in der AK 60 z. B. nur sehr kleine Starterfelder hat. Wir wollen doch mehr Starter haben. Es kann doch nicht sein, dass die Starterfelder in den AK 30 + 40 überquellen und danach aber nichts mehr kommt. Dieser Antrag wurde im letzten Herbst von Niedersachsen gestellt, dass ab Altersklassengruppen ab 50 jeweils in Fünferschritten eingeführt werden. D. h. dann kommt AK 55, dann AK 60, AK 65 und so weiter. Damit die Skater in den höheren Alterklassen auch reell eine größere Chance auf einen Treppchenplatz haben. Diese Alterklassen-Regelung findet sich z.B. auch in der Leichtathletik.

skate-IN: Wie sieht es denn im Moment aus? Gibt es schon Veranstaltungen, die diese Regelung umsetzen?

Sylvia: Es war die Entscheidung auf der SK – Sitzung im letzten Herbst, dass nur auf den Langstrecken einzuführen, nicht auf der Bahn. Das betrifft also Halbmarathon, Marathon und Langstrecke bei den Deutschen  Meisterschaften. Die Länder können diese Regelung natürlich auch übernehmen bei den Landesmeisterschaften, das ist auch schon teilweise passiert. Erfreulicherweise hat sich auch der Köln Marathon entschlossen, die AK 55  und 65 testweise einzuführen. Jetzt aktuell wird es diese Regelung bei der Deutschen Meisterschaft im  Halbmarathon in Kassel geben. Für den Veranstalter bedeutet das natürlich, dass er mehr Urkunden, Medaillen zur Verfügung stellen muss und dass die Siegerehrung etwas länger dauert. Aber ich denke für die Sportler ist es sicher sehr positiv.

skat-IN: Na, dann rechnen wir doch mal. Mehraufwand entsteht für die AK 55 und AK 65. Das sind pro Altersklasse sechs Urkunden und sechs Medaillen. Das ist doch überschaubar, oder?

Sylvia: Ja, absolut. Aber es gibt eben auch kritische Stimmen. Ich bin der Meinung, dass es eine Chance ist. Wichtig ist, dass die Skater dieses Angebot jetzt auch wahrnehmen. Wir müssen auf jeden Fall ordentlich die Werbetrommel dafür rühren.